Der mit dem Spatenstich gestartete Solarpark von Boehringer Ingelheim wird mit seinen insgesamt 2440 Solarmodulen nach Fertigstellung eine installierte Leistung von etwa einem Megawatt-Peak (MWp) haben und das Werk mit einem jährlichen Ertrag von circa einer Gigawattstunde (GWh) an CO2-frei erzeugtem Strom versorgen. Damit ließe sich der Strombedarf von rund 200 Durchschnittshaushalten pro Jahr decken. Die Einsparung an CO2 beläuft sich auf circa 72 Tonnen pro Jahr. Mit einer Investitionssumme von 1,73 Millionen Euro leistet das forschende biopharmazeutische Unternehmen einen weiteren wichtigen Beitrag zum Einsatz von erneuerbaren Energien.

„In Deutschland investieren wir konsequent in Technologien und Prozesse zur wirtschaftlichen, regenerativen Erzeugung von Strom und der gleichzeitigen Reduzierung des Verbrauchs fossiler Energieträger“, erläuterte Jan Fassbender, Leiter Global Facilities & Engineering (GFE) Germany bei Boehringer Ingelheim, bei seiner Begrüßung.

Der Solarpark ist neben dem Bau eines neuen Biomasseheizkraftwerks eine weitere Maßnahme im Rahmen eines Investitionsprogramms von über 205 Millionen Euro in nachhaltige Infrastrukturprojekte. Sie werden das Unternehmen der klimaschonenden Energieversorgung seiner Standorte einen großen Schritt näherbringen.

 

Politik begrüßt Neubau

Nach der Begrüßung durch Jan Fassbender und Projektleiter Michael Worf richtete Almut Schultheiß-Lehn, zweite Beigeordnete des Landkreis Mainz-Bingen, ihre Grußworte an die Gäste. „Es ist beeindruckend, was die Projektbeteiligten auf dieser Anlage realisieren werden. Der Photovoltaikpark hat absoluten Vorbildcharakter in Sachen unabhängiger Energieerzeugung in der Region.“

Auch Dorothea Schäfer, Landrätin im Landkreis Mainz-Bingen, zeigte sich in einer Stellungnahme erfreut über den Solarpark, der auch auf das Klimaschutzkonzept Rheinland-Pfalz einzahlt: „Photovoltaik ist neben der Windenergie ein wesentlicher Bestandteil, um die erneuerbaren Energien auszubauen, Versorgungssicherheit zu schaffen und um unsere Klimaschutzziele zu erreichen.“

Boehringer Ingelheim konnte im Rahmen der Projektentwicklung auf eine starke Unterstützung durch die lokale Politik und einen konstruktiven Austausch mit den Umweltverbänden bauen. So konnte die Zeitspanne zwischen erster Idee und dem Erhalt des Satzungsbeschlusses für den Bebauungsplan auf gerade einmal 13 Monate begrenzt werden.

In den kommenden Wochen wird das Projekt nun Schritt für Schritt in Richtung Inbetriebnahme vorangebracht. Diese ist für den Jahresbeginn 2023 geplant.

 

Weitere ökologische Nutzung

Das an die A60 angrenzende Baufeld ist mit etwa 10.000 Quadratmetern größer als ein Fußballfeld und liegt etwa 600 Meter vom Werksgelände entfernt. Für die Fläche ist zusätzlich noch eine weitere ökologische Nutzung geplant: Künftig soll dort eine Beweidung mit Schafen möglich sein. Die Mehrfachnutzung ist gleichermaßen beliebt bei Viehbauern und Betreibern von Solaranlagen: Einerseits schützt die übliche Umzäunung die Tiere und hindert sie am Ausbruch; anderseits halten sie den Graswuchs im Bereich der Anlagen niedrig. Auch auf die Biodiversität haben die Schafe einen positiven Effekt, denn sie schaffen Raum für die Ansiedlung von neuen Pflanzen- und Tierarten.

 

Boehringer Ingelheim erweitert Engagement für Nachhaltigkeit 

2021 gab Boehringer Ingelheim Neuerungen an seinen Umweltzielen bekannt. Bis 2030 möchte das Unternehmen unter anderem CO2-neutral in seinen Unternehmensabläufen werden (Scope 1 und 2). Dem Standort Deutschland kommt bei den Maßnahmen zur Energieeffizienz eine besondere Bedeutung zu. Allein in den letzten vier Jahren haben Mitarbeitende an den deutschen Standorten 143 Projekte zur Einsparung von Energie und CO2 umgesetzt. Durch den Bau energieeffizienterer Gebäude etwa konnte das Unternehmen bisher rund 20 Prozent seines Energiebedarfs pro Quadratmeter Grundfläche einsparen. Der Standort Dortmund wurde bereits 2020 als CO2-neutraler Standort zertifiziert.