Heute wurden neue Daten der Studie MAGNIFY-MS zu MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) von Merck bekannt gegeben. Die Daten werden im Rahmen des ACTRIMS Forum 2021, der virtuellen Jahrestagung des Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis vom 25. bis 27. Februar 2021, präsentiert. Die Analyse zeigt, dass RMS-Patienten, die mit diesen Tabletten behandelt werden, eine Immunantwort auf die Impfung gegen Influenza- oder Varizella-Zoster-Viren entwickeln.

„Angesichts der aktuellen Pandemiesituation und der zunehmenden Verfügbarkeit von COVID-19-Impfstoffen ist es umso wichtiger, Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Impfstoffen bei MS-Patienten zu erlangen“, sagte Klaus Schmierer, Professor für Neurologie an der Queen Mary University of London und dem The Royal London Hospital, UK. „Auch wenn diese Daten auf einer kleinen Patienten-Kohorte basieren, die mit Influenza- bzw. Varizella-Zoster-Impfstoffen behandelt wurden: Sie liefern Ärzten einen vorläufigen Nachweis dafür, dass Patienten unter Behandlung eine effektive Immunantwort auf Impfstoffe aufbauen und aufrechterhalten können.“

Die retrospektive Analyse diente der Bestimmung der protektiven Antikörperreaktion auf eine Impfung gegen die saisonale Grippe (n=12) und das Varizella-Zoster-Virus (VZV) (n=3) bei den Patienten. Hierzu wurden Blutproben untersucht, die jeweils vor und nach der Impfung entnommen wurden. Bei den Patienten, die das Influenzavakzin erhielten, blieben die protektiven Antikörpertiter über mindestens sechs Monate erhalten oder erhöhten sich – und zwar unabhängig von der Lymphozytenzahl, die zum Zeitpunkt der Impfung im ersten oder zweiten Behandlungsjahr der Therapie bestimmt wurde. Bei den Patienten, die vor Beginn der MAVENCLAD®-Therapie (1. Behandlungsjahr) mit dem VZV-Impfstoff behandelt wurden, überschritten die Antikörpertiter über einen Zeitraum von sechs Monaten nach Behandlungsbeginn trotz Lymphozytendepletion die protektive Schwelle. Diese Ergebnisse waren konsistent, unabhängig vom zeitlichen Abstand zwischen Vakzinierung und Therapie.

Die Auswertung Substudie ergab, dass drei Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) vor der Grippeschutzimpfung mit mindestens einer Dosis behandelt worden waren. Alle drei Patienten wiesen vier Wochen nach der Vakzinierung erhöhte Titer protektiver Antikörper auf. Bei zwei dieser Patienten, die zwei bzw. vier Monate vor der Impfung behandelt worden waren, lag um den Impfzeitpunkt eine Lymphopenie vor.

„Aus unserer sich ständig wandelnden Welt sind Pandemien in absehbarer Zukunft wahrscheinlich nicht wegzudenken. Deshalb ist es so wichtig, den Effekt herkömmlicher Totimpfstoffe bei Patienten, die eine krankheitsmodifizierende Behandlung durchlaufen, zu untersuchen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Auswertungen von Praxisdaten zu unseren Therapien schnell mitzuteilen, um zur Beantwortung drängender Fragen aus der MS-Community beizutragen.”

– Dr. Maria Rivas, Chief Medical Officer im Unternehmensbereich Healthcare von Merck