Im Rahmen eines „Capital Markets Day“ hat der Biotechnologie-Konzern BRAIN Biotech AG Investoren über wichtige Entwicklungen im Unternehmen informiert. Im Fokus stand die BEC-Technologie und ihr Potenzial für das Unternehmen. 

Das Unternehmen sieht erhebliche wirtschaftliche Potenziale in seiner proprietären Technologie zum Genom-Editing, der „BRAIN Engineered CAS“ (BEC). Diese Technologie-Plattform hat gute Aussichten, in den nächsten Jahren zu einem dynamischen Umsatzwachstum im Servicegeschäft (TMS) als „We CRISPR for you“- Dienstleistung beizutragen. BEC wird darüber hinaus eigene Entwicklungen aus dem Inkubator beschleunigen, zur Entwicklung hoch effizienter mikrobiologischer Produktionsstämme eingesetzt werden und die Möglichkeit bieten, ein lukratives Lizenzgeschäft aufzubauen. 

Vor dem Hintergrund der Bedeutung von BEC für die Entwicklung des Unternehmens wird im ersten Schritt eine flexible Einheit geschaffen werden, die sich ausschließlich auf die Weiterentwicklung und Verpartnerung der Genom-Editing-Technologie fokussiert. In einem zweiten Schritt wird eine Auslagerung der Technologie in eine eigene Gesellschaft angestrebt. Dies ermöglicht maximale Agilität in der Forschung und Finanzierungs-Flexibilität bei der Erweiterung des Anwendungsspektrums. 

„Die BEC- Technologie basiert auf einer eigens entwickelten CRISPR-Cas9-unabhängigen Nuklease und kann für ein präzises Genom-Editing eingesetzt werden. Mit dieser Eigenentwicklung erreicht BRAIN Unabhängigkeit von bestehenden Patenten und kann diese Technologie daher kostengünstig für eigene Entwicklungen einsetzen sowie ein profitables Lizenzgeschäft entwickeln. Darüber hinaus nutzen wir BEC in Servicedienstleistungen für unsere Kunden. Unsere proprietäre Genom-Editing-Nuklease ermöglicht BRAIN, an einem Markt mit starkem Wachstum und großem Einfluss auf die Biologisierung der Industrie aktiv teilzunehmen.“

– Lukas Linnig, CFO

Strategie sieht weitere Kooperationen vor 

Neben der exklusiven Partnerschaft zum Einsatz der BEC-Technologie in Pflanzen und der im Juli zusammen mit Sartorius angekündigten Entwicklung im Bereich Life-Sciences, strebt BRAIN Biotech eine erweiterte Partnerstrategie an, um die Entwicklung für neue Anwendungsgebiete, z.B. im Gesundheits- oder Diagnostikbereich, zu ermöglichen. Adriaan Moelker, CEO der AG, sagt: „Starke Partner sind für uns essenziell, um schnell und zielgerichtet neue Anwendungen und Produkte, die auf unserer BEC-Technologie basieren, in den Markt einzuführen. Wir werden dabei sorgsam abwägen, zu welchem Zeitpunkt wir Projekte verpartnern, um alle Stakeholder bestmöglich am ökonomischen Potenzial teilhaben zu lassen.“ 

CRISPR-Cas-Genom-Editing-Nukleasen können für die Modifizierung von genetischem Material in Zellen eingesetzt werden, indem Gene spezifisch verändert und in das Genom eingebracht oder gänzlich entfernt werden. Wissenschaftler nutzen diesen biotechnologischen Gen-Editierungs-Prozess, um z.B. Pflanzen resistenter gegenüber Schädlingen oder Dürre zu machen oder um biologische Kraftstoffe zu produzieren. In der Biopharmazie kann die Gen-Schere zu neuen Therapien führen und die Heilungschancen für ein breites Spektrum von Krankheiten wie Krebs, neurodegenerative Erkrankungen oder Erbkrankheiten verbessern. Auch in der industriellen Biotechnologie hat Genom-Editing ein breites Anwendungsfeld. Industrie und Wissenschaft profitieren gleichermaßen von einer steigenden Vielfalt von verfügbaren Werkzeugen zum Genom-Editing.