Um sich zu schützen, schalten Organismen bei extremen Umweltbedingungen wie Hitze, Trockenheit oder hohen Salzkonzentrationen in den Stressmodus. Dabei laufen in den Zellen von Pilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen ähnliche Reaktionsroutinen ab. Doch welche fundamentalen Prinzipien stecken dahinter, welche Umbaumaßnahmen in den Zellen führen letztlich zu Resistenz und damit der Anpassung an „ungemütliche“ Lebensbedingungen? Dies untersuchen jetzt Forschende aus den Fachbereichen Biologie und Chemie an der TUK im neuen Graduiertenkolleg STRESSistance. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund 3,9 Mio. Euro in einer ersten Förderperiode über viereinhalb Jahre.

„Das ist ein beachtlicher Erfolg und eine weitere Auszeichnung für unsere Ausbildung und Forschung in den Naturwissenschaften. Mit der Förderung können wir neun Doktorandenstellen finanzieren, die in neun Arbeitsgruppen angesiedelt sind – acht in der Biologie und eine in der Chemie. Jede Arbeitsgruppe wird an einem anderen Organismus bzw. Zellen von anderen Organismen forschen, damit wir die Grundprinzipien und Reaktionsabläufe in der Ausbildung von Stressresistenz in der gesamten biologischen Breite, von der Alge bis zum Menschen, erfassen und entschlüsseln können.“

– Prof. Dr. Johannes Herrmann

Offiziell wird das Graduiertenkolleg im kommenden Januar die Forschungsarbeit aufnehmen. Vom begleitenden Ausbildungsprogramm, welches Workshops, Seminare usw. umfasst, können neun weitere Promovierende, die sich ebenfalls an der Forschung beteiligen, profitieren. Koordinieren wird das Programm Dr. rer. nat. Gabriele Amoroso, die sich um die wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Belange der Doktoranden kümmern wird.

„Wir sind hocherfreut, dass die DFG mit dem neuen Graduiertenkolleg in unsere wissenschaftliche Nachwuchsförderung und damit in unsere Zukunft investiert“, sagt Prof. Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung und Technologie an der TUK. „Ich gratuliere allen Beteiligten an dieser Stelle ganz herzlich! Dabei ist hervorzuheben, dass das Programm die Forschungsexpertise von neun Arbeitsgruppen verbindet und dadurch unseren fachbereichsübergreifenden Forschungsleistungen in den Naturwissenschaften mehr Sichtbarkeit verleiht. Nicht zuletzt knüpft es nahezu nahtlos an ein nach neun Jahren Förderung abgeschlossenes Graduiertenkolleg an, welches in der Biologie angesiedelt war. Damit können wir die Erfolgsgeschichte nun mit einem neuen Forschungsthema weiterschreiben.“

Glückwünsche kommen ebenso aus dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit. „Ich gratuliere allen an der Initiative beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem Erfolg“, so Wissenschaftsminister Clemens Hoch. „Die Einwerbung eines neuen Graduiertenkollegs ist ein hervorragender Ausweis der Forschungsstärke und der Nachwuchsausbildung an der TU Kaiserslautern. Die TUK hat unter anderem durch Nutzung der Forschungsinitiative des Landes ihren Schwerpunkt Membran- und Systembiologie in den letzten Jahren erfolgreich ausgebaut. Das neue Graduiertenkolleg wird das Profil des Standorts Kaiserslautern weiter stärken.“

Aus der Forschungsarbeit erhoffen sich die Beteiligten ein grundlegendes Verständnis von Stressresistenz auf molekularer Ebene. Damit könnten die Erkenntnisse aus dem Graduiertenkolleg beispielsweise dazu beitragen, Menschen und Tiere im Alter länger gesund zu erhalten oder Nutzpflanzen resistent gegenüber Trockenheit zu machen.

Das Graduiertenkolleg ist angegliedert an den Profilbereich „BioComp – Complex Data Analysis in Life Sciences and Biotechnology“, der an der TUK im Rahmen der Forschungsinitiative des Landes gefördert wird. Dieser hat in den letzten Jahren wesentliche vorbereitende Forschungsarbeiten ermöglicht.