Preisträger der Emanuel-Merck-Vorlesung

Merck, ein Wis­sen­schafts- und Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men, hat bekannt gege­ben, dass Susu­mu Kitaga­wa, Pro­fes­sor am Insti­tut für Inte­grier­te Zell­ma­te­ri­al-Wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Kyo­to (Japan), dies­jäh­ri­ger Preis­trä­ger der zum 16. Mal ver­ge­be­nen Ema­nu­el-Merck-Vor­le­sung ist. Kitaga­wa wird aus­ge­zeich­net für sei­ne rich­tungs­wei­sen­de For­schung auf dem Gebiet der metall­orga­ni­schen Gerüst­ver­bin­dun­gen (metal-orga­nic frame­works, MOFs). Sei­ne maß­geb­li­chen Bei­trä­ge zur Ent­wick­lung die­ser inno­va­ti­ven Klas­se nano­po­rö­ser Mate­ria­li­en könn­ten zu neu­en Mög­lich­kei­ten der Bin­dung, Spei­che­rung und Frei­set­zung von Gasen füh­ren. Im Kampf gegen den Kli­ma­wan­del könn­ten MOFs ganz all­ge­mein dazu bei­tra­gen, den Zustand unse­res Pla­ne­ten zu ver­bes­sern.

Ich freue mich über die Ehre, die mir heu­te durch die Aner­ken­nung mei­ner Arbeit als Wis­sen­schaft­ler zuteil­wur­de“, sag­te Kitaga­wa nach Erhalt der Nach­richt über die­se Aus­zeich­nung. „Mein gro­ßer Traum ist es, wich­ti­ge che­mi­sche Stof­fe wie Ami­no­säu­ren direkt aus einem Ele­ment zu syn­the­ti­sie­ren, das all­ge­gen­wär­tig ist – und zwar der Luft. Eigent­lich sind alle Ele­men­te vor­han­den: Sauer­stoff, Koh­len­stoff und Stick­stoff, aber auch Was­ser­stoff in der Luft­feuch­tig­keit. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dies über­haupt jemals in die Rea­li­tät umset­zen kann, doch ich kann jun­ge Wis­sen­schaft­ler dazu ermu­ti­gen, in die­se Rich­tung wei­ter­zu­for­schen.“

Wir wür­di­gen heu­te die Leis­tung eines her­aus­ra­gen­den Wis­sen­schaft­lers, des­sen Bei­trag für die Mensch­heit sich zum jet­zi­gen Zeit­punkt viel­leicht nicht für jeden erschließt, frü­her oder spä­ter jedoch sicht­bar wer­den wird“, sag­te Klaus Grie­sar, Lei­ter Sci­ence Rela­ti­ons bei Merck. „Die­ser Wis­sen­schafts­preis trägt nicht nur dazu bei, den wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch mit inter­na­tio­nal aner­kann­ten For­schern zu för­dern, son­dern bie­tet auch Ein­bli­cke in neu­es­te For­schungs­er­kennt­nis­se. Er passt her­vor­ra­gend sowohl zu Merck als Wis­sen­schafts- und Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men als auch zur renom­mier­ten Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Darm­stadt.“

Die Ema­nu­el-Merck-Vor­le­sung wur­de im Jahr 1992 von Merck und der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Darm­stadt ins Leben geru­fen. Mit dem Preis sol­len inter­na­tio­nal renom­mier­te Wis­sen­schaft­ler gewür­digt wer­den, die exzel­len­te Bei­trä­ge zur che­mi­schen und phar­ma­zeu­ti­schen For­schung geleis­tet haben. Seit 1993 bis heu­te wur­de die Aus­zeich­nung an 16 hoch­ka­rä­ti­ge Wis­sen­schaft­ler aus aller Welt ver­lie­hen.

Der mit 30.000 € dotier­te Preis wur­de Kitaga­wa am 13. Mai 2019 im Rah­men eines öffent­li­chen Fest­vor­trags im Hör­saal- und Medi­en­zen­trum der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Darm­stadt auf der Licht­wie­se ver­lie­hen. Der Preis­trä­ger wur­de ab 17 Uhr über „Wel­co­me to Small Spaces - Che­mi­stry and App­li­ca­ti­on of Porous Coor­di­na­ti­on Poly­mers /Me­tal-Orga­nic Frame­works“ refe­rie­ren.

Kitaga­was Ent­wick­lung nano­po­rö­ser Mate­ria­li­en könn­te zu neu­en Mög­lich­kei­ten der Bin­dung, Spei­che­rung und Frei­set­zung von Gasen füh­ren, ver­gleich­bar mit einem Käfig mit Git­ter­stä­ben, der so klein ist, dass Gas­mo­le­kü­le dar­in ein­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Im Prin­zip han­delt es sich bei den metall­orga­ni­schen Gerüst­ver­bin­dun­gen (MOFs) um sol­che „Käfi­ge“. Ihr Auf­bau besteht aus metal­li­schen Kno­ten­punk­ten und orga­ni­schen Ligan­den, die sie zusam­men­hal­ten. Durch die Kom­bi­na­ti­on unter­schied­li­cher Arten von Metal­len und Ligan­den kön­nen die Grö­ße und Form der Poren gezielt ein­ge­stellt wer­den. Dies bedeu­tet, dass MOFs ein­ge­setzt wer­den kön­nen, um Gase auf mole­ku­la­rer Ebe­ne zu bin­den oder frei­zu­set­zen. Die poten­zi­el­len Anwen­dungs­fel­der sind breit gefä­chert. Eini­ge Berei­che wie die Gas­spei­che­rung (typi­scher­wei­se für Methan­gas, Was­ser­stoff oder CO2 ), Gas­tren­nung (mit poten­zi­el­lem Nut­zen im Bereich der Luft­rein­hal­tung, z. B. zum Bin­den schäd­li­cher Mole­kü­le), Gas­um­wand­lung (anhand der kata­ly­ti­schen Eigen­schaf­ten von MOFs) sowie die Her­stel­lung hoch­emp­find­li­cher Gas­sen­so­ren sind bereits heu­te sehr viel­ver­spre­chend. Die Bin­dung und Wie­der­ver­wen­dung der Gase in die­sen „Käfi­gen“ könn­te zur Ent­wick­lung sau­be­rer Tech­no­lo­gi­en zur Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels bei­tra­gen und neue Mög­lich­kei­ten der Ener­gie­spei­che­rung eröff­nen. Die Ema­nu­el-Merck-Vor­le­sung ist Teil einer gan­zen Rei­he von Aus­zeich­nun­gen und För­der­pro­gram­men, mit denen Merck die Wis­sen­schaft sowie die Arbeit von Wis­sen­schaft­lern wür­digt.

Mit dem im Juli 2018 ange­kün­dig­ten Future Insight Pri­ze hat das Unter­neh­men eine wei­te­re Aus­zeich­nung ins Leben geru­fen. Der Preis wird im Juli 2019 erst­mals ver­ge­ben. Merck wird über die kom­men­den 35 Jah­re mit bis zu 1 Mio. € jähr­lich Men­schen för­dern, deren Arbeit der Rea­li­sie­rung die­ser Visi­on maß­geb­lich Vor­schub geleis­tet hat und zur Ent­de­ckung neu­er bahn­bre­chen­der wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se oder der Ent­wick­lung von Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en geführt hat. Der dies­jäh­ri­ge Preis wird für ein visio­nä­res Pro­dukt ver­lie­hen, das die Men­schen vor der Bedro­hung durch eine Pan­de­mie schüt­zen soll.