Das biopharmazeutisches Unternehmen CureVac N.V., das in klinischen Studien eine neue Medikamentenklasse auf Basis von Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA) entwickelt, gab heute positive Interimsdaten aus seiner laufenden Phase 1-Dosiseskalationsstudie bekannt. In dieser Studie wurden die Sicherheit, Reaktogenität und Immunogenität des SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten CVnCoV untersucht. Der Impfstoffkandidat zeigte in allen geprüften Dosisstärken zwischen 2 und 12 μg eine allgemein gute Verträglichkeit. Zudem induzierte er stark bindende und neutralisierende Antikörperreaktionen zusätzlich zu ersten Anzeichen einer T-Zellen-Aktivierung.

„Die Interimsdaten der Phase 1 sind sehr ermutigend. Sie stellen einen entscheidenden Meilenstein in unserem COVID-19-Impfstoffprogramm dar und unterstützen nachdrücklich die Weiterentwicklung unseres Impfstoffkandidaten“, erläutert Dr. Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac. „Nach einer weiteren Auslese der Daten und Gesprächen mit den Zulassungsbehörden fühlen wir uns in unserem Entwicklungsprogramm bestätigt und halten am Start der zulassungsrelevanten Phase 2b/3-Studie noch vor Jahresende 2020 fest.“

An der klinischen Phase 1-Studie nahmen mehr als 250 gesunde Probanden im Alter zwischen 18 und 60 Jahren teil. Verschiedene Studienteilnehmer wurden intramuskulär mit CVnCoV in eskalierenden Dosisstärken von 2, 4, 6, 8 und 12 μg an Tag 1 und Tag 29 geimpft. Pro Dosisstärke nahmen zudem bis zu zehn Personen teil, die positiv auf COVID-19 getestet worden waren, um die Sicherheit und Immunogenität von CVnCoV auch für diese Kohorte zu evaluieren. Die Daten stützen die Entscheidung, die anstehende zulassungsrelevante Phase 2b/3-Studie mit einer Dosis von 12 μg durchzuführen.

Die Immunogenitätsdaten zeigten einen dosisabhängigen Anstieg der bindenden Antikörper, was bei allen getesteten Dosisstufen auch einen Anstieg von virusneutralisierenden Antikörper-Titer zur Folge hatte. Die geometrischen Mittelwerttiter der bindenden und neutralisierenden Antikörper wurden mit den Spitzenserumtitern von 67 symptomatisch an Covid-19 erkrankten und wieder gesundeten Patienten verglichen.
Dieses Panel wurde als medizinisch relevanter Vergleichsmaßstab zur Validierung der
Wirksamkeit von CVnCoV zusammengestellt. Es war repräsentativ für die Immunaktivierung
bei schwer kranken Patienten mit multiplen Symptomen, von denen etwa 24 Prozent im
Krankenhaus behandelt wurden

Bei einer Dosis von 12 μg stiegen die GMT der bindenden Antikörper auf das im HCS-Panel
gemessene Niveau an. Virusneutralisierende Antikörper stiegen bei 12 μg ebenfalls auf HCS-Werte
an und wurden mithilfe eines Lebend-Virus-Mikro-Neutralisationstests gemessen. Die Analyse der
durch T-Zellen erzeugten Immunität dauert an. Erste Daten zeigen Hinweise auf funktionelle TZellen,
die eine Aktivierung der zellulären Immunantwort bestätigen.
„Diese ersten Daten zeigen eine robuste und hocheffiziente Immunantwort auf unseren natürlichen
mRNA-basierten CVnCoV-Impfstoffkandidaten. Sie umfasst Antikörper- und anfängliche T-Zellen-
Antworten auf dem Niveau eines relevanten Panels von symptomatisch rekonvaleszenten
Patienten“, sagte Dr. Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer von CureVac.

Der Wirkmechanismus von CVnCoV imitiert die natürliche Immunantwort auf die
Infektion, die bei genesenen COVID-19-Patienten beobachtet wird. Dies spiegelt sich im relativen
Verhältnis von neutralisierenden zu bindenden Antikörperspiegeln wider, die bei geimpften
Personen und rekonvaleszenten Patienten ähnlich sind.
„Die Daten sind sehr ermutigend“, erklärt Prof. Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für
Tropenmedizin der Universität Tübingen und Leiter der klinischen Phase 1 am Prüfstandort in
Tübingen. „In diesem beschleunigten Entwicklungsprogramm ist es von größter Bedeutung, die
Sicherheit des Impfstoffkandidaten zu gewährleisten und gleichzeitig ein günstiges Maß an
Immunogenität zu erzeugen. Bei dieser Studie hatten wir einen starken Fokus auf die Ermittlung
der optimalen Dosis für CVnCoV, und dies ist uns gelungen.“
Der Impfstoffkandidat zeigte eine allgemein gute Verträglichkeit bei allen geprüften
Dosen. Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet. Bei 12 μg traten
unerwünschte Ereignisse dritten Grades hauptsächlich nach Verabreichung der zweiten Dosis auf, sie
umfassten Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und in geringerem Maße
Fieber. Alle berichteten Ereignisse waren vorübergehend und klangen schnell ab, in der Regel
innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Die Formulierung von CVnCoV basiert auf der Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP), die von Acuitas
Therapeutics lizenziert wurde.