Potenzial von Blockchain für E-Health

Bio­Re­gio Stern Manage­ment ist Part­ner des neu­en euro­päi­schen Inter­reg-Pro­jekts Bstart, das klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men (KMU) unter ande­rem aus der Gesund­heits­bran­che den Zugang zur Block­chain-Tech­no­lo­gie erleich­tern soll. Neun Part­ner aus fünf nord-west­eu­ro­päi­schen Län­dern tra­fen sich beim nie­der­län­di­schen Lead­part­ner Bright­lands Smart Ser­vices Cam­pus in Heer­len zum Kick-off-Mee­ting. Das Pro­jekt, das im Janu­ar 2019 star­te­te, hat eine Lauf­zeit von 44 Mona­ten und ist mit För­der­gel­dern in Höhe von ins­ge­samt 4,9 Mil­lio­nen Euro aus­ge­stat­tet.

Block­chain gilt als eine der gro­ßen Inno­va­tio­nen, um das schnel­le und siche­re Manage­ment von Infor­ma­tio­nen jeg­li­cher Art zu ermög­li­chen. Die „Block­ket­te“ wur­de ursprüng­lich für die Bit­coin-Welt geschaf­fen, um Trans­ak­tio­nen der vir­tu­el­len Wäh­rung ohne Ban­ken mög­lich zu machen. Sie funk­tio­niert als dezen­tra­le Daten­bank, die eine ste­tig wach­sen­de Lis­te von Trans­ak­ti­ons­da­ten ent­hält. Wenn zwei Par­tei­en Infor­ma­tio­nen mit­ein­an­der aus­tau­schen, wer­den die­se veri­fi­ziert und vali­diert. Ob jeder Betei­lig­te alle erfor­der­li­chen Rech­te für die­se Trans­ak­tio­nen besitzt, wird auto­ma­tisch geprüft. Die Daten­bank wird dabei chro­no­lo­gisch line­ar erwei­tert; die Daten­pa­ke­te wer­den sozu­sa­gen auf einer Ket­te auf­ge­fä­delt. Jeder Block ent­hält eine Prüf­sum­me des vor­her­ge­hen­den Blocks, sodass die Daten nicht nach­träg­lich unbe­merkt ver­än­dert wer­den kön­nen. Außer­dem ver­fügt jeder Rech­ner im Netz­werk über eine Kopie der Block­chain, um die gesam­te Trans­ak­ti­ons­his­to­rie trans­pa­rent zu hal­ten.

Die Anwen­dungs­fel­der für Block­chain sind nahe­zu gren­zen­los. Die­se Tech­no­lo­gie kann über­all ein­ge­setzt wer­den, wo Daten aus­ge­tauscht und gespei­chert wer­den. Der Auf­wand, die Unter­neh­mens­pro­zes­se ent­spre­chend umzu­stel­len, ist bis­her jedoch sehr hoch und stellt für vie­le KMU eine nahe­zu unüber­wind­ba­re Hür­de dar. Des­halb wur­den für das neue Pro­jekt-Bstart Bran­chen iden­ti­fi­ziert, für die Block­chain beson­ders inter­es­sant ist: der Agrar- und Lebens­mit­tel­sek­tor, die Logis­tik und das Gesund­heits­we­sen – Stich­wort: E-Health.

Bio­Re­gio Stern Manage­ment ist einer von neun Part­nern. Sie wird gemein­sam mit dem fran­zö­si­schen Clus­ter Medi­cen Paris Regi­on das The­men­feld Gesund­heit bear­bei­ten. Ziel ist es, das Poten­zi­al für KMU durch die Block­chain-Tech­no­lo­gie zu iden­ti­fi­zie­ren und den Unter­neh­men den Ein­stieg zu erleich­tern. Letzt­lich soll Block­chain ihnen dabei hel­fen, die ste­tig wach­sen­den Kos­ten für Daten­trans­fer- und Siche­rung zu sen­ken. Bio­Re­gio Stern-Pro­jekt­lei­te­rin Dr. Mar­got Jeh­le: „E-Health funk­tio­niert nur, wenn der siche­re Aus­tausch von sen­si­blen Gesund­heits­da­ten gewähr­leis­tet wird. Kran­ken­ak­ten mit­tels Block­chain zu ver­wal­ten, kann Ärz­ten und Pati­en­ten ganz neue Mög­lich­kei­ten bie­ten, bei­spiels­wei­se, um im Zuge des neu­en Daten­schutz­ge­set­zes das Recht des Pati­en­ten zu gewähr­leis­ten, dass er auf sei­ne eige­nen Daten zugrei­fen und die Daten­nut­zung ver­fol­gen kann. Wir sind sehr gespannt, wel­che kon­kre­ten Anwen­dungs­bei­spie­le wir gemein­sam mit den Unter­neh­men im Bstart-Pro­jekt erar­bei­ten wer­den.“

Inter­reg ist Teil der Struk­tur- und Inves­ti­ti­ons­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on, die grenz­über­schrei­ten­de Koope­ra­tio­nen zwi­schen Regio­nen und Städ­ten unter­stützt. Das Inter­reg-Nord-West­eu­ro­pa-Pro­gramm för­dert die trans­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit in ver­schie­de­nen Bran­chen zwi­schen den Län­dern Groß­bri­tan­ni­en, Irland, Bel­gi­en, Luxem­burg, der Schweiz sowie Frank­reich, den Nie­der­lan­den und Deutsch­land, um Inno­va­ti­ons­leis­tun­gen zu stär­ken.