In der Rubrik „Medical Innovation Award Practice & Clinic Diagnostik“ hat Priv.-Doz. Dr. Daniela Hartmann, Ph.D. von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität und der München Klinik den diesjährigen „German Medical Award“ gewonnen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und konfokaler Lasermikroskopie kommen Anwender – auch Anfänger – zu schnelleren und besseren Ergebnissen, da die Tumore gut sichtbar und durch KI besser erkennbar sind. Drei Partner haben sich unter dem Projektnamen „SKIN-ID“, gefördert durch den Freistaat Bayern, zusammengetan und forschen auf diesem Gebiet: Die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Agentur M3i und der Gerätehersteller VivaScope.

Diese GmbH ist seit über achtzehn Jahren am Markt. Das Münchner Innovationsunternehmen ist Spezialist für die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb von konfokalen Laserscanmikroskopen in verschiedenen Bereichen der Medizin- und Kosmetikindustrie.

„Gerade im Bereich des Basalzellkarzionoms und des Plattenepithelkarzionoms können wir Tumore, auch die die nicht gut sichtbar sind, sehr gut erkennen und meist vollständig entfernen.“

– Dr. Daniela Hartmann, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie an der LMU München

Gerade das vollständige Entfernen eines Tumors ist wichtig, denn sonst muss der Patient mehrfach kommen, immer neue Eingriffe sind notwendig. Teilweise muss z.B. im Gesichtsbereich die Wunde über mehrere Tage offenbleiben, bis es zu einem endgültigen Ergebnis kommt und der Patient weiter operiert werden kann. Dies bedeutet Stress für den Patienten aber auch für das Gesundheitssystem.

Vorteil des Einsatzes der Ex-Vivo konfokalen Laserscanmikroskopie

Die Ergebnisse sind ultraschnell vorhanden. Während der Operation können mehrere Schritte und Untersuchungen, die normalerweise Tage dauern, gleichzeitig in einem Moment durchgeführt werden.

Frisches Gewebe wird dabei mit fluoreszierendem Farbstoff eingefärbt. Der Arzt erhält die Information, um welche Art von Tumor es sich handelt, ob alles ausgeschnitten wurde und bekommt schnellere und sichere Informationen zur Weiterbehandlung. Der Mediziner erfährt somit direkt, ob weitergeschnitten werden muss oder ob die Wunde verschlossen werden kann. Für den Patienten spart dies unter Umständen mehrere Eingriffe und mehrfache Hospitalisierungstage.

Dr. Hartmann erläutert: „Wie bekommen Anwender die Ergebnisse? Durch das Mikroskop und durch den Einsatz von Experten, die die Bilder beurteilen. Neu im Rahmen des SKIN-ID-Projektes ist, dass wir auch Künstliche Intelligenz nutzen. Dies vereinfacht die Arbeit von Dermatologen und Dermahistopathologen. Die Künstliche Intelligenz führt zu einer Verbesserung der Methode und durch die Zusammenarbeit von KI und Experten wird die Arbeit schneller mit gleichzeitig besseren Ergebnissen.“

SKIN-ID verfolgt somit auf lange Sicht nicht nur das Ziel schnellerer und sicherer Ergebnisse, sondern mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll vor allem auch der Pathologe entlastet werden. So kann dieser sich auf schwierige Fälle konzentrieren, während mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz die Auswertung und Beurteilung vorgenommen wird.

Bei Kliniken wie der Goethe Uni Frankfurt, dem Helios-Klinikum Erfurt, der Uniklinik Leipzig und dem Universitätsklinikum Augsburg ist die VivaScope-Technologie bereits heute schon im Einsatz.