In Zeiten der Pandemie hat die Filtertechnik in Innenräumen stark an Bedeutung gewonnen. Damit kann die Aerosolkonzentration äußerst effizient und vergleichsweise kostengünstig gesenkt werden. Denn Fakt ist, dass sich Viren in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen besonders schnell verteilen und das Lüften durch Fenster oft baulich nur eingeschränkt möglich ist.

 

Das „Unabhängige Expertenforum Reinraumtechnologien gegen COVID-19“– eine Initiative des Österreichischen Silicon Alps Clusters – versteht sich als interdisziplinäres und ehrenamtliches Team, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Effektivität von Luftfiltertechnik aufzuzeigen. Neben Herstellern aus den Bereichen Reinraumbau, Klima-, Lüftungs- und Strömungstechnik sowie dem Apparate- und Anlagenbau engagieren sich auch Experten der TU Graz und des Joanneum Research für den vermehrten Einsatz dieser Technik. Gemeinsam möchten die Experten die Bevölkerung durch fundierte Daten aus Forschung und Praxis entsprechend informieren und Entscheidungsträger zum raschen Handeln aufrufen.

 

„Wir richten das Augenmerk auf Innenräume, also dem Ambiente, bei dem wir das höchste Risiko der Übertragung der Erreger orten“, betont Dr. Josef Hackl, CEO der Wild Gruppe. Diese setzt seit Monaten Luftreiniger ein, um ein keim- und virengereinigtes Umfeld für ihre 450 Mitarbeiter zu schaffen. „Gemeinsam mit vorbeugenden Maßnahmen wie Masken und Abstandhalten sehen wir in der Luftfiltertechnik eine effektive Lösung mit einer für den Menschen risikolosen, langjährig bewährten und unmittelbar verfügbaren Technologie.“

 

Schadstoffe aus der Luft filtern

In Österreich gibt es jahrzehntelange Erfahrung darin, Umgebungsluft in der Herstellung von Mikro- und Nanotechnologien rein von jeglichen schädlichen Stoffen zu halten. Umso unverständlicher ist es für die Vertreter des Expertenforums, dass der Luftfiltertechnik bei der Covid-Bekämpfung nicht der erforderliche Stellenwert eingeräumt wird. Besonders in Schulen werden aktuell kaum Luftfiltersysteme eingesetzt, obwohl es unbestritten ist, dass die Lüftungstechnik einen herausragenden Schutz gegen eine Infektion bietet.

 

Aber auch in Konferenzräumen, Großraumbüros, Messehallen, Kaufhäusern und Geschäften oder öffentlichen Bereichen in Hotels könnte die Technologie ihre schützende Wirkung entfalten. Diese ist nicht nur bei Coronaviren sehr effektiv, sondern schafft generell eine viren- und erregerfreie Luft und schützt so in geschlossenen Räumen auch vor allen anderen luftgetragenen Krankheitserregern. Geeignete Luftfiltertechnik ist zudem eine Investition in die Zukunft. Sie gilt als Präventivmaßnahme, die schon heute gegen bestehende und mutierende Erreger sowie solche, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden, eingesetzt werden kann. Ebenso wie gegen den negativen Einfluss von Feinstäuben, Pollen und Pilzsporen.

 

Dem unabhängigen Expertenforum „Reinraumtechnologien gegen Covid-19“ gehören aktuell folgende Mitglieder an: Josef Ortner, Ortner Cleanroom Engineering, Roman Czech, Cleanroom Technology Austria, Josef Hackl, Wild Gruppe, Michael Ebner, Mann+Hummel Jack Filter, Emanuel Rothmayr, Comprei Reinraum- Handel- Schulung, Stefan Radl, TU Graz, Institut für Prozess- und Partikeltechnik, Alexander Fian, Joanneum Research Forschungsgesellschaft Roland Pufitsch, Silent Quo, Peter Tappler, IBO Innenraumanalytik, Klaus Krüger, Kappa Filter Systems, Ortwin Ertl, Annikki, Susanna Molterer, Medizintechnik-Cluster (MTC) der Business Upper Austria, Paula Brezovec, Silicon Alps Cluster.