Neues Herstellungsverfahren für Amine

Das Umwan­deln ein­fa­cher Aus­gangs­stof­fe in wert­vol­le Ami­ne zählt zu den wich­tigs­ten Reak­tio­nen in der che­mi­schen Indus­trie. Denn Ami­ne wer­den für die Her­stel­lung vie­ler Pro­duk­te benö­tigt wie Phar­ma­zeu­ti­ka, Kunst­stof­fe oder Farb­stof­fe. Doch wie läuft ein sol­cher che­mi­scher Umwand­lungs­pro­zess genau ab? Die Olden­bur­ger Mas­ter­stu­den­tin Lui­sa Stel­ter hat dies auf Ebe­ne der Ato­me und Mole­kü­le mit­hil­fe hoch­ge­nau­er, quan­ten­che­mi­scher Berech­nun­gen erst­mals beschrie­ben.

Die Ergeb­nis­se, die in der Arbeits­grup­pe Theo­re­ti­sche Che­mie von Prof. Dr. Thors­ten Klü­ner ent­stan­den sind, erschie­nen kürz­lich in der renom­mier­ten Fach­zeit­schrift „Che­mi­stry – A European Jour­nal“. Auf­grund der gro­ßen Bedeu­tung wid­me­te das Maga­zin dem Olden­bur­ger For­schungs­er­folg zudem das Titel­blatt, das von Jens Bie­le­feld, Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter des Arbeits­krei­ses Orga­ni­sche Che­mie von Prof. Dr. Sven Doye, gestal­tet wur­de.

Ami­ne wer­den bis­her in einem auf­wen­di­gen, zwei­stu­fi­gen Ver­fah­ren gewon­nen. Theo­re­tisch gäbe es zwar ein ein­stu­fi­ges, deut­lich res­sour­cen­scho­nen­de­res Ver­fah­ren mit alter­na­ti­ven Aus­gangs­stof­fen. Doch die­ses ist bis­her noch nicht effi­zi­ent genug für die indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on. Die Olden­bur­ger For­schungs­er­geb­nis­se könn­ten dazu bei­tra­gen, dass sich das bald ändert. „Da wir nun ver­ste­hen, was bei der Umwand­lung der alter­na­ti­ven Aus­gangstof­fe in Ami­ne genau pas­siert, kön­nen wir Kata­ly­sa­to­ren ent­wi­ckeln, die die­sen Pro­zess gezielt ankur­beln“, sagt Doye. For­schun­gen dazu fin­den in sei­nem Arbeits­kreis bereits statt.

Lui­sa Stel­ter hat die umfas­sen­den Berech­nun­gen im Rah­men ihrer Bache­lor­ar­beit erstellt. Dafür konn­te sie CARL nut­zen, einen der bei­den Hoch­leis­tungs­rech­ner der Uni­ver­si­tät. Zudem unter­stütz­ten sie Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler des Olden­bur­ger Gra­du­ier­ten­kol­legs „Akti­vie­rung che­mi­scher Bin­dun­gen“ bei ihrer Arbeit. Der­zeit absol­viert Stel­ter ihr Che­mie-Mas­ter­stu­di­um und ist als For­schungs­prak­ti­kan­tin in der Arbeits­grup­pe Theo­re­ti­sche Che­mie tätig.