Das Dosieren ist in der Produktion und den Hilfskreisläufen der Prozessindustrien, wie Chemie, Pharma und Food, ebenso wie in den Aufbereitungstechnologien der kommunalen Wassertechnik eine Kernaufgabe. Wenn der Produktion oder der Wasseraufbereitung Zusatz- oder Hilfsstoffe zugegeben werden müssen, ist präzises Dosieren eine Voraussetzung für Ökonomie und Ökologie. Für Facility Manager ist das Dosieren hinsichtlich der Trinkwassergüte sogar ein zentrales Hygiene-Instrument.

Grundfos offeriert dazu nicht nur die Technik wie die Dosierpumpen der Baureihe ‚Smart Digital DDA‘ mit Schrittmotorantrieb, sondern mit der App‚ Chempairing Suite‘ auch ein umfassendes Remote Access-Tool (Fernzugriff) – Grundlage attraktiver digitaler Geschäftsmodelle beispielsweise für die Chemikalien-Distribution. Optional lässt sich an der Dosierpumpe einstellen, ob nur Daten aus der Pumpe gelesen oder auch die Pumpe über die Cloud fernbedient werden soll.

Technische Basis dafür ist die in der Dosierpumpe integrierte Dosierüberwachung ‚FlowControl‘, die klassische Dosierfehler identifiziert, zum Beispiel defekte Ventile, Luftblasen, Kavitation oder Überdruck, und zudem den realen Dosiervolumenstrom erfasst und überwacht. Mit diesen Daten ermittelt die App ‚Chempairing Suite‘ den externen Prozessvolumenstrom und präsentiert den Durchfluss in Milliliter/Kubikmeter oder die Massenkonzentration in Milligramm pro Liter.

Am Auslesen der Daten ist insbesondere die Chemikalien-Distribution interessiert, da viele Betreiber sich mit der Überwachung und dem laufenden Betrieb einer Dosieranlage überfordert fühlen, kein geschultes Personal für solche Aufgaben bereitstellen können und einen Komplettservice beispielsweise durch den Chemikalienhändler begrüßen würden.

Mussten zur permanenten Erfassung des Gebindefüllstands bisher eine externe Sensorik verwendet werden, ist das nun mit der neuen App als interne Lösung verfügbar: Über die in der Grundfos-Cloud hinterlegte Chemikalien-Datenbank ist das jeweilige Bruttovolumen des Gebindes verfügbar; es wird als ‚Guthaben‘ in die App übertragen. Aufgrund der realen Dosiermengenmessung per Dosierpumpe kann so die zugegebene Chemikalienmenge vom ‚Guthaben‘ subtrahiert und als Ganglinie angezeigt werden. Diese kostengünstige, unkomplizierte und permanente Ermittlung des Gebindefüllstands eignet sich ideal für den Einsatz von Einweggebinden. Mit Hilfe des Trendreports stehen diese Daten zur Verfügung: dosierte Chemikalienmenge, dosiertes Volumen an das Trinkwasser, Gegendruck, Gebindefüllstands-Tendenz und Ist-Dosierkonzentration.

Für den Betreiber sind vor allem die per Fernbedienung verfügbaren Features interessant, weil auf diese Weise zeitintensive Serviceeinsätze eingespart werden. Manche Dosierprozesse benötigen von Zeit zu Zeit eine Nachjustierung der Dosierkonzentration oder es ist aufgrund von problematischen Dosiermedien die Aktivierung von Dosierfunktionen der ‚FlowControl‘ erforderlich. Will oder kann der Betreiber dies nicht selbst erledigen, können diese Änderungen mit der Fernüberwachung und Ferneinstellung durch Service-Spezialisten vorgenommen werden. Über die Trenddaten und Ereignismeldungen erfolgt sofort eine Rückmeldung über die erfolgte Veränderung der Konzentration oder Systemoptimierung. Das ist per Remote Access-Zugriff verfügbar: Regelungsart der Dosierpumpe, Konzentration durch Änderung des Wertes oder das Analogprofil, Start/Stopp der Dosierpumpe sowie Status und Veränderung von Dosierfunktionen.

In den seltensten Fällen erlauben industrielle Betreiber oder andere Nutzer den direkten Zugang in das eigene Firmennetzwerk, um Daten der zu überwachenden Dosieranlage in die Cloud zu übertragen oder zu empfangen. Deshalb nutzt die ‚Chempairing Suite‘ ein Gateway mit Mobilfunkübertragung (Low Power Wide Area Network, LPWAN, mit End-to-End-Verschlüsselung).